Aqua-Bienen

Zwei meiner Bienenvölker habe ich bei sehr lieben Menschen an einer alten, denkmalgeschützten Mühle aufgestellt um auch dort die Natur bei der Bestäubung zu unterstützen.

Standort auf der Wiese im Hintergrund fließt die Urft

Leider wurde auch dieser Bereich von der Flutkatastrophe in der Eifel heimgesucht und meine zwei Bienenvölker wurden von den Fluten der Urft weggespült.

Natürlich ist das nichts im Vergleich zu dem Ausmaß der Zerstörung in und an der historischen Mühle.

Wiese nach dem Abfließen der Fluten

Die Fluten haben buchstäblich alles mitgerissen egal ob Autos, Wohnwagen, Bäume, Tiere usw. und haben natürlich die anliegenden Gebäude im Keller und Erdgeschoß geflutet und damit alles vernichtet, was dort stand wie Waschmaschinen, Trockner, Heizung Elektro-Anschlußschränke usw..

Straße während der Flut

Die Gewalt einer solchen Flut ist einfach unfassbar.

geflutete Wohnung

Nach dem Schock sind unendlich viele Helfer erforderlich um Wasser, Schlamm und alles was in den Räumen steht zu entsorgen.

Ich möchte euch aufrufen den Besitzern der historischen Mühle, die gerade mit viel Aufwand renoviert worden ist wieder auf die Beine zu helfen.
Ihr könnt das via paypal tun: hochwasserhilfe.horbach@gmail.com

Nach ein paar Tagen habe ich unverhofft einen Anruf bekommen, das die grüne meiner Bienenkisten gesichtet wurde und das Bienen um sie herumschwirren würden.

Ich bin so schnell wie möglich dorthin und tatsächlich: Da lag sie die grüne Kiste (eine Golz-Beute) im Schutt.

meine Bienenkiste im Schutt. Der Boden ist oben

Glück im Unglück war, das ich den Deckel mit einem blauen Spanngurt gesichert hatte. Ansonsten wäre der Deckel abgefallen und der Inhalt mit allen Rähmchen und den Bienen jämmerlich ersoffen. Die Bienenwohnung ist nach ca. 700m in einer Biegung der Urft von den Fluten auf ein höheres Niveau (also geradeaus) befördert worden und ist auf dem Deckel dort liegen geblieben. Dies war wohl auch ein glücklicher Zufall, denn so konnte das Wasser durch den etwas geöffneten Deckel nach unten abfließen und die Flugöffnung (im Bild unten an den beiden gelben Steifen zu erkennen) war oben, also möglichst weit weg vom Wasser.

als erstes habe ich die Kiste wieder in die richtige Lage gebracht um zu schauen wie es innen ausschaut

Nach dem Öffnen bot sich mir ein Bild des Grauens: überall tote Bienen, Schlamm, fauliger Gestank. Auf dem Bild sieht man den geöffneten Brutraum, dort waren noch relative viele Bienen. Links der noch abgedeckte Bereich ist der eigentlich Honigraum auch hier alles voll Schlamm und toten Bienen.

Ein starkes Bienenvolk, was dieses auf jeden Fall war, hat zum jetzigen Zeitpunkt circa 50.000 Bienen. Eine grobe Schätzung von mir sind, das maximal noch 15.000 den Kampf mit den Fluten überlebt haben. Ich habe dann zunächst die Nacht abgewartet, damit möglichst viele der Flugbienen in der Bienenbeute sind. Dann das Fluglioch geschlossen und zu einem sicheren Standort gebracht.

die noch verschlammte Beute am neuen Standort

Am nächsten Morgen habe ich dan die Bienen in eine neue Übergangsbehausung umgesetzt und dabei viel ertrunkene Brut entfernen müssen. Die Königin habe ich leider nicht entdecken können.

Die Bienen in ihrer neuen Wohnung.

Vieles war leider sehr beschädigt, so dass ich den Bienen dies nicht zumuten wollte und habe ihnen neue ausgebaute Rähmchen gegeben.

fast die Hälfte des Wabenwerks war für die Bienen nicht mehr zu gebrauchen.

Im Laufe des Tages habe ich dann einen größere Wohnung vorbereitet, damit die Bienen aus ihrer engen Übergangsbehausung wieder heraus kommen und ich die Möglichkeit habe sie mit Sirup wieder aufzupäppeln. Eigentlich neigt sich das Bienenjahr eher dem Ende zu und normalerweise macht man zu diesem Zeitpunkt keine Ableger bzw keine neuen Königinnen mehr.

umsetzen aus der Übergangsbehausung ins neue Heim

Mir ist dieses Volk aber so ans Herz gewachsen, das ich alles unternehmen werde, damit es mit einer Königin und als starkes Volk in die Winterruhe gehen kann. Deswegen habe ich eine Wabe mit frischer Brut aus einem anderen Volk zugesetzt, damit sie sich dort eine neue Königin heranziehen können.

Der Brutraum und im weißen Eimer der Futtersirup zur Stärkung und Anregung des Bautriebs.

Da ich soviel Glück im Unglück gar nicht fassen kann und von der Stabilität und Kraft meiner wassergeprüften Bienen so dermaßen beeindruckt bin, habe ich um die neue Behausung als Symbol für diese urwüchsige Kraft das blaue Band als Glücksbringer geschlungen.

Meine Bienen mit den blauen Glücksband

Möge dieses blaue Band auch für die Besitzer und Bewohner der historischen Mühle dazu führen das sich Alles zum Guten wendet. Das wünsche ich mir von Herzen.

Achso falls das jemand vergessen haben sollte: Spenden für die historische Mühle via paypal sind hier möglich: hochwasserhilfe.horbach@gmail.com

Mich überwältigen gerade die Emotionen, so dass ich jetzt hier meinen Bericht erstmal beende. Alles Gute allen Betroffenen dieser Katastrophe und dank den Helfern insbesondere denen der ersten Stunden.

Die Bienen wecken

Der Bienenfreund (1863) von Hans Thoma

Es gab eine Zeit, in der fast alle britischen Familien auf dem Land, die Bienen hielten, einer Tradition folgten.
Immer wenn es einen Todesfall in der Familie gab, musste jemand zu den Bienenstöcken gehen und den Bienen von dem schrecklichen Verlust berichten.
Wurde dies nicht beachtet, kam es oft zu weiteren Verlusten: Die Bienen verließen den Stock, produzierten nicht genug Honig oder starben sogar.
Traditionell wurden die Bienen nicht nur über Todesfälle informiert, sondern auch über alle wichtigen Familienangelegenheiten: Geburten, Eheschließungen und lange Abwesenheiten aufgrund von Reisen. Wenn die Bienen nicht informiert würden, so glaubte man, würden alle möglichen Unglücke eintreten.
Dieser besondere Brauch ist als „Bienenansage“ bekannt.
Dieser Brauch mag seinen Ursprung in der keltischen Mythologie haben, die davon ausging, dass Bienen die Verbindung zwischen unserer Welt und der Geisterwelt sind.
Wenn Sie also einer verstorbenen Person eine Nachricht übermitteln wollten, sagten Sie es einfach den Bienen und sie würden es weitergeben.
Typischerweise ging das Familienoberhaupt oder die „gute Frau des Hauses“ zu den Bienenstöcken, klopfte sanft, um die Aufmerksamkeit der Bienen zu erlangen, und flüsterte dann leise und traurig die feierliche Nachricht.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich, je nach Region, Besonderheiten. So sangen in den East Midlands die Ehefrauen der Verstorbenen leise vor dem Bienenstock: „Der Herr ist tot, aber geh nicht hin; deine Herrin wird dir eine gute Herrin sein.“
In Deutschland lautete ein ähnliches Couplet: „Kleine Biene, unser Herr ist tot, verlass mich nicht in meiner Not.“
Es ist eine Tatsache, dass Bienen uns beim Überleben helfen.
70 der 100 wichtigsten Nutzpflanzen, die 90 % der menschlichen Bevölkerung ernähren, sind für die Bestäubung auf Bienen angewiesen.
Ohne sie würden diese Pflanzen aufhören zu existieren und mit ihnen auch alle Tiere, die sich von diesen Pflanzen ernähren. Dies könnte einen Kaskadeneffekt haben, der die Nahrungskette katastrophal beeinflussen würde.
Die Tradition des „Bienenweckens“ unterstreicht diese tiefe Verbundenheit, die der Mensch mit dem Insekt teilt.
Autor unbekannt

weiterführender link:

meine Hummelpension

Vor zwei Jahren habe ich nach der detaillierten Bauanleitung (https://www.apis-kultur.eu/wp-content/uploads/2020/08/Bauanleitung1Hummelpension.pdf und https://www.apis-kultur.eu/wp-content/uploads/2020/08/HummelpensionsvorbauModell2.pdf), des viel zu früh verstorbenen Hummelfreunds Jürgen Börner (Dez. 2018). Ich habe von diesen Hummelpensionen zwei Exemplare gebaut. Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal eine meiner Pensionen von einer Hummel bewohnt. Ein recht schönes Gefühl und auch schön zu beobachten.

Im Frühjahr konnte ich am Eingang der Pension Aktivität feststellen und war hocherfreut, daszumindest eine meiner Hummelpensionen von Besuchern angenommen wurde.

NUn ist die Hummelsaison vorüber und ich habe das Kästchen vorsichtig geöffnet um nachzuschauen, wie es dort aussieht.

hier sieht man den Karton im Inneren der Pension, der Zugang von außen ist über ein kleines Röhrchen.

Nach dem Öffnen des Karton bekommt man einen Einblick auf das Nest (etwas Wolle habe ich schon auf Seite geschoben).

Beim Aufbau im Inneren des Kartons, kommen unten Sägespäne rein und darüber mit einem Hohlraum in der Größe einer Glühbirne etwas Wolle, dazu kann man Kapok nehmen oder auch den Kolben von Schilf.

da ich etwas mehr von der wunderbaren Konstruktion des Nestes sehen wollte, habe ich vorsichtig noch etwas mehr von der Wolle auf Seite geschoben.

Eine verstorbene Bewohnerin der Pension habe ich noch gefunden, wirklich wunderbare, schöne Geschöpfe, die wir als Menschen eigentlich viel zu wenig wahrnehmen. Ich bin sehr dankbar, das ich dieses Jahr zumindest einem Exemplar und seinen Nachkommen ein zu Hause bieten konnte. Als Dank wurden in unserem Garten die Blüten von vielen Gemüsepflanzen und Früchten bestäubt. Danke

Jetzt bleibt nur noch, die Hummelpension für das nächste Jahr vorzubereiten.

Ordnung muß sein: der Rähmchenschrank

Schon seit längerer Zeit habe ich mit einem Schrank zur Aufbewahrung von Rähmchen geliebäugelt.

Jetzt habe ich mit der Umsetzung begonnen. Als Basis dient mir ein gebraucht erstandener Kleiderschrank.

Ein Abteil habe ich schon fertig, zwei für Rähmchen kommen noch hinzu und ein schmaler Bereich von ca 10-15cm wird dann als Regal für Kleinteile etc. genutzt.

So kann ich alle Rähmchenarten wie gedrahtete Rähmchen, Rähmchen mit Mittelwänden, Drohnenrähmchen, ausgebaute Rähmchen und Rähmchen für Naturbau ordentlich aufhängen. In der Tiefe des Schranks (60cm) passen bei mir 15 Rähmchen je Etage.

Rechts habe ich die Verteilung auf die Höhe etwas an die Scharniere angepasst.

In den nächsten Tagen werde ich das ganze fertigstellen und noch ein Bild zum Beitrag ergänzen.

Die Königin ist zu Besuch

Vor zwei Jahren habe ich, etwas zu spät in der Jahreszeit zwei Hummelpensionen gebaut. Dadurch blieben die beiden Pensionen unbenutzt.

Dieses Jahr habe ich mehr Glück eine Königin ist eingezogen und ich habe eine Hummel am Flugloch beobachten können. Ich bin sooo glücklich, das die Pension jetzt bewohnt ist.

Die Pension habe ich nach den Plänen von Jürgen Börner (RIP 12/2018) gebaut. Seine Homepage war wirklich sehr umfassend und gut beschrieben, leider ist die Seite nach seinem Tod offline gegangen. Ich möchte ihm dennoch ein ehrendes Andenken bewahren.

Jürgen hatte viele gute Ideen zum Thema Hummeln, war sehr geschickt und hat alles auf seine Seite “hummelfreund.com” gestellt.
Es ist ein menschlicher Verlust und es ist auch ein Verlust, daß seine umfangreiche Web-Seite nicht mehr im Netz steht.
Eine Herzensangelegenheit von ihm war der Hummelschutz und das Gestalten von naturnahen insektenfreundlichen Gärten.

Wir Hummelfreunde und Naturliebhaber werden in Deinem Sinne weiter machen!

Bauanleitung-Hummelpension

und hier noch ein sinnvoller Vorbau dazu:

Bauanleitung-Vorbau-Hummelpension

Sand Thymian (Thymus serpyllum)

Der Sand-Thymian ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Thymiane innerhalb der Familie der Lippenblütler. Es ist nicht nur ein hübscher Bodendecker, sondern auch eine gut duftende Würz- und Heilpflanze.

Er hat nur eine sehr geringe Wuchshöhe von ungefähr bis zu 10 Zentimetern. Er bildet hübsche Kissen. Sand Thymian ist eine gute Insektenfutterpflanze vor allem für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

die Samen des Sand Thymians sind winzig klein

Der Sand Thymian bildet wunderschöne kleine Blüten aus und die Pflanze ist zudem winterhart.

Bienenfutter: die durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum)

durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum)

Eine im alten Griechenland und im römischenReich äußerst geschätzte Heil-, Gewürz- undGemüsepflanze hieß Silphium, auch Silphion,Sylphion oder Laserpitium genannt. Dass sie auf Geldmünzen der damaligen Zeit abgebildetwar, lässt ihre große, auch wirtschaftliche Be-deutung erahnen. Das ursprüngliche Silphium,das vermutlich fenchelähnlich war und zurFamilie der Doldenblütler gehörte, wuchs ausschließlich in Kyrenaika, einem Teil des heutigenLibyen, und starb etwa 50 Jahre nach Christi Geburt aus. Ca. 1.700 Jahre später benannte Carl vonLinné, der berühmte Botaniker, eine Pflanzengattung mit dem Namen Silphium, die zu einerganz anderen Familie gehört, den Asteraceae oder Korbblütlern.

Die Silphie ist eine ausdauernde, mehrjährige Pflanze. Ab Julibeginnt die leuchtend gelbe Blüte, die dieSilphie nicht zuletzt auch zu einer sehr hüb-schen Energiepflanze macht. Viele mit perfo-liatum verwandte Silphium-Arten sind des-halb auch als Zierstauden beliebt.

vorbereiten der Aussaat der durchwachsenen Silphie. vielen Dank Angèle

Die Bienen nutzen die durchwachsene Silphie als Pollen- und Nektarquelle. Die durchwachsene Silphie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern. Man kann sie auch z.B. an Kaninchen als Grünfutter verfüttern. Dadurch das es eine mehrjährige Pflanze ist, hat man nur im ersten Jahr Arbeit.

Jetzt heißt es warten, bis sich grün zeigt.

Wir haben uns dazu entschieden, die Pflanzen in Schalen auszusähen und sie sollen dann später als Pflänzchen am Bienenstandort eingepflanzt werden.

Quelle: www.bund-lemgo.de (Auszüge)

Yakisugi oder Shou Sugi Ban

Yakisugi ist eine traditionelle japanische Methode der Holzkonservierung.

so sieht das Ergebnis aus.

Diese Beute ist aus Rauspund gebaut, der provisorische Boden wird später durch einen Boden, ebenfalls aus Rauspund, ersetzt.

Die Beute im Rohbau, hier aus Rauspund, noch mit provisorischem Boden.

Durch leichtes Verkohlen der Holzoberfläche, ohne das Holz zu verbrennen, wird das Holz durch die Karbonisierung wasserdicht und ist somit haltbarer.

Feuer marsch!

So sieht die Oberfläche vor dem Bürsten (um Asche zu entfernen) aus:

Oberfläche im Detail

Nach dem Bürsten wird der Staub mit Wasser und Handbürste entfernt.

Staub entfernen mit Wasser und Handbürste.

Der nächste Schritt ist, die Oberfläche mit aufgewärmten Leinöl zu behandeln. Aufgewärmtes Öl zieht besser und damit tiefer in das Holz ein.

Die frisch gestrichene Oberfläche mit den kupferfarbenen Tönen sind einfach fantastisch aus.

Damit ist die Beute (diese ist eine etwas vereinfachte Simshäuser Trogbeute T120 in DN Maß, eine Beschreibung zur Originalbeute T120 gibt es hier: https://www.apis-kultur.eu/wp-content/uploads/2020/01/KarlSimshaeuser_TrogbeuteT120_script.pdf ) fertig für den Einsatz. Innen bleibt das Holz unbehandelt, da kümmern sich meine Bienen dann selbst drum 😉

Gestresst ins neue Jahr Auswirkungen der Silvesternacht auf unsere Bienen

Jedes Jahr aufs Neue entwickelt sich rund um den Jahreswechsel die Diskussion über Sinn und Unsinn des Silvesterfeuerwerkes. Neben den Kosten, dem Feinstaub und dem Müllproblem sorgt die Knallerei auch für unglaublich viel Stress in der Tierwelt. Dass unsere Bienen ebenfalls in Unruhe geraten, macht der Bericht unseres Vereinsmitglieds Frank von Daak deutlich:

„Meine Bienen stehen auf 2 Zargen (Zander) an einem recht gut geschützten Ort auf unserem Grundstück. Die nächsten Silvester-Knaller wurden in mindestens 15m Luftlinie hinter den Völkern, geschützt durch eine dichte Hecke und Garagen abgefeuert. Das Flugloch zeigt in Richtung Wald – aus dieser Richtung kam eher keine Knallerei.

Nun hatte ich mir vor einigen Wochen eine kleine Mess-Station gebastelt, die neben dem Gewicht auch an verschiedenen Messpunkten die Temperatur innerhalb (t1 und t3) und außerhalb zweier Völker misst. Die Temperaturfühler hängen dabei zwischen den beiden Zargen relativ weit hinten (fluglochfern) in den Beuten. Die Bienen sitzen zur Zeit eher nah am Flugloch, so dass sie die Temperaturfühler für gewöhnlich nicht berühren. Die Temperaturfühler t2, t4 und t5 messen die Außentemperatur. Einmal am Boden, einmal direkt an der Waage und einmal oberhalb der Beute.

Wie man aus den Messwerten der gestrigen Nacht sehr schön erkennen kann, gab es um Mitternacht, mit Einsetzen der Knallerei, dann eine große Aufregung im Stock, die die Bienen wohl dazu veranlasst hat, sich möglichst weit nach hinten zurück zu ziehen. (siehe angehängte Grafik: rosa t1 = Brutraum Volk 1; dunkelrosa t3 = Brutraum Volk 2).  Ich vermute, dass der geringere Ausschlag bei t3 dadurch begründet ist, dass sich die Bienen in dem Volk sich nicht so sehr nach hinten in den Kasten zurück gezogen haben, dass der Fühler in der Traubenmitte hing.

Ich hatte bisher nur davon gelesen, aber die Grafik bestätigt sehr schön, dass unsere Bienen, genau wie andere Tiere, recht empfindlich auf die Knallerei reagieren.

Ergänzend (…) kann ich leider noch berichten, dass die gestrige Nacht wohl auch zu einem vermehrten Totenfall geführt hat. Ich habe gerade einen Blick durchs Flugloch gewagt und dabei gesehen, dass dort heute ca. 100-150 tote Bienen auf dem Gitterboden liegen – was deutlich mehr ist als sonst üblich.“

Die Grafik zeigt außerdem, dass die Bienen mehrere Stunden brauchen, bis sie sich wieder halbwegs beruhigt haben. Hoffen wir, dass unsere Bienen in der Silvesternacht nicht allzu viel Energie verbrauchen mussten und weiterhin gut durch den Winter kommen. Wir als Imker und Tierhalter können nur mit eigenem Verhalten als Vorbild für andere vorangehen und Aufklärungsarbeit in der direkten Nachbarschaft leisten.

Text: Kerstin Kopp, Frank von Daak

Grafik: Frank von Daak

Quelle: https://koelner-imkerverein.de/2019/01/07/gestresst-ins-neue-jahr/

ubi apis, ibi salis

unser schöner Verkaufsstand auf der Burgweihnacht in Satzvey

Gaius Plinius Secundus Maior , auch Plinius der Ältere genannt war ein römischer Gelehrter. Ihm wird der Ausspruch ubi apis, ibi salis zugeschrieben. Auf deutsch übersetzt bedeutet dies: wo Bienen sind, dort ist Gesundheit.

Dies habe ich auch als Wahlspruch für meine Imkerei gewählt.

Damit wird ausgedrückt, das die Biene selbst und die Bienenprodukte seinerzeit eine enorme Heilwirkung hatten und nicht nur, wie heute als Zuckerersatz betrachtet wurden.

Plinius der Ältere hat in seinem Leben (* (* 23 oder 24, † 25. August 79 ) viele Schriften verfasst. Darin enthalten die Naturalis historia. Alle 37 Bände !!! der umfangreichen Enzyklopädie sind komplett erhalten, da sie ununterbrochen rezipiert und vervielfältigt wurde. In ihr wurde das naturkundliche Wissen um 50 n. Chr. zusammengetragen. Damit ist das Werk heute eine wichtige Quelle für die Beurteilung und Rezeption antiken Wissens. Plinius arrangierte darin traditionelles naturwissenschaftliches Wissen griechischer Autoren wie Aristoteles, Theophrastos und Hippokrates von Kos unmittelbar aus Handschriften und setzte dieses mit neuen geografischen Kenntnissen Catos, Varros, Mucianus und anderen in Beziehung. Ein Band der Naturalis historia konnte somit als Handbuch für ein Fachgebiet fungieren.

Von Pliny the Elder – 2d copy, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47230457

Die Enzyklopädie befasste sich mit den Themenbereichen Kosmographie (Buch 2), Geographie und Klimatologie (Buch 3–6), Anthropologie (Buch 7), Zoologie (Buch 8–11), Botanik (Buch 12–19), Medizin (20–32), Metallurgie und Mineralogie sowie Malerei und Kunstgeschichte (Buch 33–37).

Das Gesamtwerk hat Plinius in 2493 Kapitel aufgeteilt, die er wiederum in 37 Büchern systematisch gliederte. Plinius hat die von ihm beschriebenen Wissenschaften nicht benannt. Die folgende Aufstellung folgt dem Inhaltsverzeichnis in der Anordnung, benennt die Wissenschaften aber mit den heute (2007) üblichen Bezeichnungen. In Klammern ist die Zahl der behandelten Gegenstände (Stichwörter) nach dem Inhaltsverzeichnis jedes Buches angegeben (n.a. = nicht angegeben).

  • 1: Vorrede, Inhaltsverzeichnis und Quellenindex
  • 2: Kosmologie, Astronomie, Meteorologie, Vulkanologie, Geologie (417)
  • 3–6: Geographie und Ethnologie: Europa (n.a., geschätzt 5000), Afrika (118 Inseln, Rest n.a., geschätzt 2000), Asien (2214)
  • 7: Anthropologie und Physiologie (747)
  • 8–11: Zoologie: Landtiere (787), Wassertiere (650), Vögel (794), Insekten und allgemeine Zoologie (2700)
  • 12–17: Botanik
    • 12: Naturkunde der Bäume (469)
    • 13: exotische Bäume (468)
    • 14: fruchttragende Bäume (510)
    • 15: Eigenschaften der fruchttragenden Bäume (520)
    • 16: Eigenschaften der wildwachsenden Bäume (1135)
    • 17: Beschaffenheit der angepflanzten Bäume (1380)
  • 18: Ackerbau, Meteorologie, Zoologie (2060)
  • 19: Gartenbau (1144)
  • 20–32: Medizin, Pharmakologie und Fortsetzung der Botanik
    • 20–27: Pflanzenreich
      • 20: Heilmittelaus den Gartengewächsen (1606)
      • 21: Natur der Blumen und Kranzgewächse (730)
      • 22: Die Bedeutung der Pflanzen (906)
      • 23: Heilmittel aus den angepflanzten Bäumen (1418)
      • 24: Heilmittel aus den wildwachsenden Bäumen (1176)
      • 25: Beschaffenheit der von selbst wachsenden Pflanzen (1292)
      • 26: Die übrigen Heilmittel (1019)
      • 27: Die übrigen Pflanzenarten (602)
    • 28–32: Heilmittel aus dem Tierreich
      • 28: Heilmittel aus den Lebewesen (1682)
      • 29: Heilmittel aus den Tieren (621)
      • 30: Die übrigen Heilmittel aus den Tieren (854)
      • 31–32: Heilmittel aus den Wassertieren (1914)
  • 33–37: Metallurgie, Mineralogie und Bildenede Kunst
    • 33: Beschaffenheit der Metalle (288)
    • 34: Kupferhaltige, eisenhaltige, bleihaltige Metalle (915)
    • 35: Malerei, Plastik, Töpferkunst, Verschiedenheit der Erden (956)
    • 36: Beschaffenheit der Steine (434)
    • 37: Edelsteine (1300)

Die erste deutschsprachige (Teil-)Übersetzung der Bücher 7 bis 11 wurde von Heinrich von Eppendorff angefertigt und 1543 in Straßburg unter dem Titel Natürlicher History Fünff Bücher gedruckt; sie fand jedoch nur wenig Beachtung. Ganz anders die Übersetzung des Theologen Johann Heyden (Caij Plinij Secundi, Des fürtrefflichen Hochgelehrten Alten Philosophi Bücher und schrifften von der Natur, art und eigenschafft der Creaturen oder Geschöpffe Gottes), die 1565 in Frankfurt am Main erschien und über 200 Holzschnitte von Jost Amman enthielt.

Ich finde die Leistung von Gaius Plinius Secundus Maior bewundernswert und bin ehrfürchtig auf der Suche nach seinen Texten… am liebsten natürlich auf deutsch …. 😉

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Naturalis_historia